Mit dem Hupen des Taxis war nun der Zeitpunkt angebrochen zu gehen. Ich hatte meinen Flug nach Sri Lanka ein Tag vor dem letzten Abflugtermin schon verschoben, um mit Adam, Patrick und Joe noch ein paar weitere Tage verbringen zu können. Nun war aber endgültig der Moment gekommen Goodbye zu sagen.

Bei einer Zigarette auf der Terrasse schwelgten Adam und ich nochmals in der geilen Zeit die wir hatten. Wir waren nun seit über einem Monat gemeinsam unterwegs. Wie Dick und Doof immer auf der Suche nach Unsinn und Spaß.

Auf dem Weg zum Flughafen fragte mich mein Taxifahrer ob es nun für mich nachhause geht. Mit der Gewissheit im Hinterkopf, dass nicht einmal die Hälfte meiner Reise vorüber war, beantwortete ich ihm die Frage mit einem lächelndem nein. „Ich fliege nach Sri Lanka.“ fügte mit einem breiten Grinsen hinzu. Vor meiner Abreise in Deutschland dachte ich nicht, dass ich auf diesem Trip in Sri Lanka landen würde. Eigentlich sollte ich meinem nach Plan irgendwo im Bhutan oder auf den Philippinen sein. Nun war ich aber nach der Rickshaw Challenge in Indien auf dem Weg nach Sri Lanka und wurde danach in den Iran auf eine Hausparty mit gemeinsamen Skiwochenende eingeladen. Alle drei Länder stand nicht auf dem Plan. Ich lebte heute hier, morgen dort. Ich hatte alle Pläne über Bord geworfen. Machte das wo mir der Sinn danach Stand und hatte die Freiheit die ich gesucht habe gefunden…

Mirissa

Der Sinn stand mir jetzt danach ein paar Tage an einem der schönsten Strand in Sri Lanka zu verbringen und Wale zu sehen. Das beschauliche Küstenörtchen Mirissa hatte beides zu bieten, so buchte ich am Tag des Abflugs noch schnell eine Unterkunft und schon war ich bereit 🙂

Zum Zeitpunkt der Landung wusste ich nicht einmal wie ich zu dem ca. 170km entfernten Küstendorf kommen sollte. Ebenso schnell wie sich das Problem ergeben hatte erledigte sich es auch schon wieder. Ich lernte einen sehr freundlichen Taxifahrer kennen mit dem ich gleich auf einer Wellenlänge war. Er fuhr mich nicht nur nach Mirissa, sondern er zeigte mir zudem noch die Hauptstadt Columbo während wir warteten bis das Iranischen Konsulat öffnete zudem ich wegen meinem Visa musste. Ohne das ich mehr bezahlen musste 🙂

Angekommen und enttäuscht… Die Bilder meiner Unterkunft auf Airbnb hatten mich ein wenig gelinkt, ebenso war meine Vorstellung von dem Strand eine andere. Eine Bar reihte sich an die andere, teilweise sogar mit Essensbuffets. Für mich verbreitete das mehr von dem Charme eines Cluburlaubs, als das von einem Backpacker Paradies.

Auch die Whale watching Tour war abgesehen davon, dass ich mehrere Blauwale gesehen habe mehr eine Enttäuschung. Die 10-15 zweistöckigen mit Touristen bepackten Boote jagten nahezu die sanften Riesen. Erst gegen Ende brachen wir zu einem Ort auf, an dem kein weiteres Boot war und zwei Blauwale keine 15 Meter an uns vorbeizogen.

Am vorletzten Tag lernte ich glücklicherweise eine Russin kennen, die mir meine Hoffnung über Sri Lanka nochmals retten sollte. Sie kannte einen Ort indem es möglich war eine Dschungeltour zu machen, weit weg von den Touristenströmen. So verlängerte ich kurzerhand um eine Nacht damit wir uns am frühen Morgen mit dem Motorrad des Homestaybesitzers aufmachen konnten. Die 1,5 Stündige Fahrt war mehr als eine Wohltat. Vorbei an Palmen und Teefelder ging es durch die Berge, immer weiter weg von all dem was mich nervte.

Nach langem Suchen und immer schlechter werdenden Straßen fanden wir endlich das Office zu den besagten Dschungeltouren. Ein Betreten ohne Guide war nicht erlaubt, was schlussendlich auch besser war. Uns wurde mit viel Liebe alles von Pflanzen und verschiedenen Tierarten erklärt. Selbst das wohltuende Bad in einem kleinen See welcher sich direkt vor einem Wasserfall aufstaute machte der Guide mit.

Tissamaharama / Yala Nationalpark

Nach einem tollen Tag in einem der Dschungel von Sir Lanka ging es für mich nun weiter in das nahezu unmöglich aussprechende Tissamaharama. Dort war einer Yala Nationalpark. Er ist dafür berühmt Geparden, eine seltene Art von Bär, Elefanten und viele weitere Tiere zu beherbergen. Seht aber selbst auf den Bildern 😉

Leider wurde meine Freude über Sri Lanka auch dort wieder gebremst. Morgens um 4 Uhr reihten wir uns vor dem Eingangstor in eine schier nicht enden wollende Kette von Safarijeeps (ca. 1km). Ich hatte im Internet einen Guide gefunden der mehrfach gelobt wurde nicht so wie die anderen Fahrer durch den Park zu fahren. Nun wusste ich auch was damit gemeint war.

Als die Tore des Parks geöffnet wurden, hätte man meinen können man nimmt an einem Rennen teil. Die Fahrer rasten zwar nicht absolut geisteskrank durch den Park aber rücksichtsvoll ist etwas Anderes. Alles nur mit dem Ziel die Ersten an den Stellen zu sein, wo die teils seltenen Tiere zu beobachten sind. Die Fahrer riefen sich gegenseitig an um durch zu geben wo zum Beispiel einer der seltenen Geparden gesichtet wurde (Irgendwie widersprüchlich ich weiß). So reihten sich oft an die 10-20 Jeeps nebeneinander an einer dieser Stellen. Meiner Meinung nach kein Spaß für Mensch und Tier.

Ella

Nach meiner etwas enttäuschenden Tour im Yala Nationlpark ging es für mich mit dem Bus nach Ella. Ein Bergdorf weiter im Zentrum der Insel. Ein Tuktukfahrer setzte mich hierfür an einer der Bushaltestellen ab und sagte ich solle hier warten. Auf die Frage hin, welchen Bus ich nehmen sollte, antwortete er mir nur das er kein englisch spricht. Zum meinem Glück wartenden ein paar Einheimische ebenso auf den Bus. Nachdem ich mit Händen und Füßen erklärt hatte wo ich nun hin wollte, zeigten Sie mit dem Finger auf einen Bus und meinten ich solle in diesen einsteigen. Schlussendlich war es sogar der richtige 😛

Ich fahre selbst gerne schnell, aber das Fahren der Busfahrer dort ist sehr gewöhnungsbedürftig. Es wird immer und überall überholt und falls etwas entgegen kommt wird die Hupe so lange betätigt bis sich das Problem von selbst auflöst.

Angekommen in Ella ließ ich mich wieder von einem der Tuktukfahrer zu meinem Homestay fahren. Dieses lag weit außerhalb des kleinen Dorfes und hatte nicht wirklich eine Adresse. Wie es auch nicht anders hätte kommen können war die Adressangabe falsch bzw. fuhr mich der Fahrer zum falschen Homestay. Schlussendlich war das aber ein absoluter Glücksfall. Die dortige Familie begrüßte mich absolut herzlich und meinte ich sollte doch bleiben wenn auch nur für ein Tee. Schlussendlich blieb ich und nicht nur die geplanten zwei Nächte sondern gleich vier.

Die Frau des Besitzers zauberte jeden Tag drei absolut geniale Mahlzeiten. Ich spielte mit den Kindern, unterhielt mich mit ihnen und andern Gästen oder Besuchern. Die Ruhe fernab von allem war so erholsam. Das Haus indem ich wohnte war direkt an einem Hang in Mitten von Teefeldern und Palmen gebaut mit einer absolut genialen Aussicht auf die berühmte Demodara Nine Arch Bridge.

Neben den erholsamen Tagen, welche ich teils nur im Hotel verbachte, wanderte ich auch noch auf den Little Adam`s Peak und besuchte mit einem geliehenen Roller eine der vielen Teefabriken. In welcher mir viel über die Teeproduktion, die verschiedenen Qualitätsstufen des Tees und vieles weitere Wissenswertes erklärt wurde.

Tangalle

Dadurch, dass ich in Mirissa und Ella länger geblieben war, entschied ich meine letzten zwei Nächte im Süden näher zu meinem Abflughafen zu verbringen. Auch hier wurde behauptet, es sei einer der schönsten Strände von Sri Lanka. Er hatte mich jetzt nicht komplett enttäuscht aber ich war jetzt auch nicht aus dem Häuschen. Es war aber definitiv menschenleerer und es gab nicht diese Ansammlungen von Strandbars wie in Mirissa. So genoss ich meine zwei letzten teils verregneten Tage fasst komplett am Strand, bevor es weiter über Dubai in den Iran ging.

Mein Fazit zu Sri Lanka

Ich bin glücklich das Land ein wenig bereist zu haben, aber ich werde höchstwahrscheinlich nicht zurückkehren. Man muss sagen die Einheimischen sind überaus freundlich aber viele Dinge sind zu sehr überlaufen von Touristen. Ich meine hier nicht nur ein bisschen, sondern in einer extremen Art und Weise. Sei es der Yala Nationalpark, Adams Peak oder die Felsenfestung Sigiriya. Die letzteren zwei habe ich genau aus diesem Grund nicht besucht. Aber auch das berühmte Elefantenweißenhaus ist laut mehreren Meinung im Internet nicht auf das Tierwohl ausgerichtet, sondern eher auf den finanziellen Erfolg durch Besucher. Daher sollte man zweimal schauen und im Internet vorher recherchieren was man macht und unterstützt.

Was mich nun bei meinem eintägigen Aufenthalt in Dubai und im Iran erwartet erfahrt ihr in den nächsten Beiträgen 🙂 ebenso warum nach 1,5 Stunden Skifahren alles gelaufen war 😉

Cheers, Theo

 

Land: Sri Lanka

bereiste Orte: Mirissa, Tissamaharama, Ella, Tangalle

Dauer: 14 Tage